Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn wir die letzten Jahre zurückblicken, fällt auf, dass bei Bauprojekten die Kultur fast immer das Nachsehen hat: Im Güterbahnhofsareal sind wichtige Proberäume verschwunden, mit Verlagerung der städtischen Galerie L6 ebenso, aktuell bedrohen die Planungen im Sportpark Süd beim Handwerks- und Kulturhof weitere Proberäume. Kultur lässt sich gerne auf Flächen nieder, die sich im Wandel befinden. Ist ein Wandel zu Wohnbebauung vollzogen, bliebt die Kultur meist auf der Strecke. Schauen Sie sich die letzten Neubaugebiete Kleineschholz, Im Zinklern oder eben Güterbahnhof an, selten werden die Bedarfe der Kultur miteinbezogen.
Das wollen wir mit dem Kulturraumkonzept ändern. Ähnlich wie Sportflächen oder Kitas ganz selbstverständlich bei Neubauprojekten eingeplant werden, sollen auch Flächen für Kultur bei der Bauleitplanung zwingend beachtet werden. Ein Kulturraumkonzept muss in der Bauplanung verbindlich sein, nur dann findet es ausreichend Beachtung. Das zeigt sich zum Beispiel beim Ganter Areal: Nur durch unseren deutlichen Einspruch wurden nun im Nachhinein die Kulturbedarfe, welche übrigens in der Potenzialanalyse Clubs und Musikspielstätten eindeutig für diesen Bereich angemeldet wurden, in der Änderungsdrucksache aufgenommen.
Uns ist bewusst, dass die Verwaltung für ein solches Konzept die notwendigen Kapazitäten braucht. Daher soll eine Vorlage bis zum Haushalt aufzeigen, welche Kapazitäten dies sind. Dann kann der Gemeinderat abwägen, ob es ihm die Sache wert ist.
Vielen Dank