Die städtischen Social Media Kanäle werden immer wieder heiß diskutiert. Für uns ist klar: Für eine moderne Kommunikation ist Social Media unerlässlich. Dennoch wollten wir wissen, wie die Ressourcen in der Verwaltung verteilt sind und welche Schwerpunkte gesetzt werden. Leider bleiben die Antworten etwas unkonkret.

Anfrage nach. § 24 IV GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen;  hier: Social-Media-Ressourcen der Stadt

Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrter Herr Stadtrat,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 24.06.2026. Zu Ihren Fragen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

  1. Wie viele Personen und Stellenprozente sind in der Social-Media-Redaktion aktuell beschäftigt?

In der Social-Media-Redaktion arbeiten derzeit 4 Personen mit insgesamt 3,05 VZÄ. Eine Stelle ist bis zum 31.12.2026 befristet; sollte die Stelle nicht verlängert werden, sind es ab 01.01.2027 drei Personen mit 2,45 VZÄ.

  2. Welchen Anteil der Arbeitszeitressourcen nehmen die verschiedenen Kanäle jeweils ein?

  a. Instagram Account Stadt Freiburg

  b. Instagram Account Oberbürgermeister Martin Horn

  c. Facebook Account Stadt Freiburg

  d. Facebook Account Oberbürgermeister Martin Horn

  e. Mastodon Account Stadt Freiburg

  f. LinkedIn Stadt Freiburg

  g. andere Accounts (Museen, Stadtbibliothek, Mundenhof, etc.)

  Der Ressourceneinsatz lässt sich nicht pauschal auf die einzelnen Kanäle runterbrechen. Die Social-Media-Redaktion hat ein vielfältiges Aufgabenspektrum. Um Inhalte zu produzieren, findet zu einzelnen Themen bereits im Vorfeld eine umfassende Abstimmung statt. Hier ist es stark vom Thema abhängig, wie viel Zeit und Arbeit die Abstimmung mit den jeweiligen Abteilungen, Ämtern, Dienststellen und Referaten benötigt.

Meist erstellt eine Person zu einem Thema die Beiträge für alle Plattformen und Accounts. Neben der Erstellung von Inhalten ist eine der Hauptaufgaben der Social-Media-Redaktion das Community Management. Das Volumen der Anfragen ist sehr variabel und hängt stark von Themen ab, ist nicht vorhersehbar und mitunter sehr hoch. Anfragen an die Stadt Freiburg und den Oberbürgermeister werden, sofern möglich, sehr kurzfristig beantwortet.

Die flexible Arbeitszeitgestaltung der Stadt Freiburg lässt meist zu, dass die Mitarbeitenden der Social-Media-Redaktion ihre Ressourcen kurzfristig dort einplanen, wo es gerade notwendig ist. Zusätzlich verantwortet die Social-Media-Redaktion die Erstellung von Werbeanzeigen auf den sozialen Netzwerken.

Über Werbeanzeigen werden momentan ausschließlich Stellenausschreibungen beworben. Aktuell laufen pro Woche etwa zwei bis drei Werbeanzeigen. Auch hier ist eine umfassende interne Abstimmung im Vorfeld notwendig, zusätzlich werden die Kampagnen im kompletten Verlauf überwacht und im Nachgang analysiert.

3. Werden die dezentralen Accounts der Museen, der Stadtbibliothek, des Mundenhofes, der Feuerwehr und des Planetariums ebenfalls von der Social-Media-Redaktion betreut?

Falls nein, kann geschätzt werden, wie viele Stellenprozente in diesen Einrichtungen jeweils für die Bespielung der Accounts abgestellt sind?

Die dezentralen Accounts werden nicht von der Social-Media-Redaktion betreut, es besteht aber bei allen städtischen Accounts ein regelmäßiger strategischer und inhaltlicher Austausch.

Die dezentral betreuten Social-Media-Accounts werden von den Mitarbeitenden betreut, die zusätzlich zu Social Media hauptsächlich andere Aufgaben im jeweiligen Amt haben.

4. Ist vorgesehen, den Account des Oberbürgermeisters nach Ende der Amtszeit an eine Nachfolge zu übergeben?

Die personalisierte Nutzung von Social-Media-Accounts für die kommunale Öffentlichkeitsarbeit hat sich in den zurückliegenden Jahren stark entwickelt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie bei einem Amtswechsel vorzugehen ist. Anlass für eine Entscheidung diesbezüglich ist die konkrete Situation des Amtswechsels. Selbstverständlich wird in diesem Fall eine den Umständen und rechtlichen Vorgaben entsprechende Entscheidung getroffen werden. Ein Konzept ist dafür nicht erforderlich.

5. In der Antwort zur Anfrage der Freien Wähler vom 20.01.2021 wurde ein Redaktionskonzept für Accounts der Stadt Freiburg benannt. Wurde dieses seitdem aktualisiert? Wir bitten darum, dies zur Verfügung zu stellen.

Das Redaktionskonzept haben wir beigefügt.

6. Auf der ersten Seite dieses Redaktionskonzeptes wurde angeführt, dass dieses nicht für die Accounts des Oberbürgermeisters gelte. Gibt es für diese Accounts ein eigenes Redaktionskonzept? Wenn ja, bitten wir ebenfalls um Einsicht.

Auch das Redaktionskonzept der OB-Kanäle war der Antwort auf die Anfrage der Freien Wähler vom 20.01.2021 beigefügt.

Inzwischen gibt es ein Redaktionskonzept für alle städtischen Kanäle, die von der Social-Media-Redaktion betreut werden.

7. Werden externe Fotograf*innen bei Bildverwendung konsequent als Quelle genannt?

Die Stadt Freiburg beschäftigt einen stadtinternen Fotografen, dessen Bilder überwiegend verwendet werden. Zusätzlich erstellen vor allem die Mitarbeitenden der Social-Media-Redaktion oder in wenigeren Fällen sonstige Beschäftigte der Stadt Freiburg Fotos. Hier wird keine Quelle genannt. Bei externen Fotografen wird konsequent eine Quelle angegeben.

Falls nein, was spricht dagegen?

Das Team der Stadt Freiburg ist bereits heute ein fester Bestandteil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung.

8. Ist geplant, mit den städtischen Social-Media-Ressourcen mehr das Team Freiburg in den Fokus zu rücken? Zum Beispiel indem neben dem Oberbürgermeister auch andere Personen wie Bürgermeister*innen, Amtsleitungen, Projektleitungen oder auch die städtischen Gesellschaften stärker in den Social-Media-Content eingebunden werden? Falls nein, was spricht dagegen?

Das Team der Stadt Freiburg ist bereits heute ein fester Bestandteil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung.

Sofern es möglich ist, werden selbstverständlich immer wieder unterschiedliche Akteur*innen der Stadtverwaltung abgebildet. Oft ist dies aber nicht möglich, weil beispielsweise Personen nicht abgebildet werden möchten oder weil ein Beitrag kurzfristig erstellt wird und die beteiligten Personen so kurzfristig nicht verfügbar sind.

Die städtischen Gesellschaften haben jeweils eigene Social-Media-Auftritte. Hier findet regelmäßig ein enger Austausch aller Verantwortlichen zu gemeinsamen Themen und entsprechenden Veröffentlichungen statt.

9. Während der Wahlkampfphase, in der der OB-Account nicht bespielt wurde, gab es auf dem Account der Stadt Freiburg mehr reichweitenstarke Reels mit Mitarbeitenden anstatt überwiegend Bilder oder Carousels. Wird dieser Ansatz beibehalten? Wie haben sich die Followerzahlen des Accounts der Stadt entwickelt in der Zeit als der OB-Account pausierte?

In der Zeit zwischen dem 12.03. und dem 25.04.2026 (Zeit, in der der OB-Account nicht bespielt wurde) erhielt der Facebook-Account der Stadt Freiburg etwa 300 neue Follower und der Instagram-Account der Stadt etwa 1.400 neue Follower.

Diese Zahlen liegen absolut im Durchschnitt, da der Facebook-Account der Stadt pro Woche um etwa 30 neue Follower und der Instagram Account der Stadt Freiburg um etwa 200 neue Follower wächst. Gleichzeitig gibt es auch immer ein paar Personen, die dem Account „entfolgen“. Eine Zunahme oder Veränderung aufgrund des Pausierens des OB-Kanals konnten wir nicht feststellen.

Die erwähnten Reels haben übrigens eine höhere Reichweite erzielt, weil diese ein gemeinsamer Post (Collab-Post) mit anderen städtischen Accounts waren und somit mehr Menschen erreicht werden konnten.

Die Social-Media-Redaktion bemüht sich sehr, die Vielfalt der städtischen Themen und Mitarbeitenden abzubilden. Oft ist dies mit erheblichem Aufwand verbunden, was in der Planung viele Ressourcen bindet und leider oft auch nicht wie gedacht realisierbar ist, beispielsweise, weil sich viele Mitarbeitende nicht vor der Kamera zeigen möchten.

10. Nach welchen strategischen Überlegungen wird entschieden, ob ein Thema für den OB-Account oder den Stadt-Account aufbereitet wird? Gibt es eine abgestufte Relevanzauswahl nach welcher entschieden wird, ob ein Beitrag als Reel, Carousel oder Bild umgesetzt wird?

Im Presse- und Öffentlichkeitsreferat werden in einer täglichen Redaktionssitzung alle aktuellen und geplanten Themen angesprochen. Anhand dieser Infos gehen die einzelnen Redaktionen dann in die Planung, welches Thema in welcher Form besonders gut aufbereitet werden kann.

11. Plant die Verwaltung zukünftig auch die Plattform TikTok mit zielgruppengerechten Inhalten zu bespielen?

Momentan ist dies nicht vorgesehen, auch da hierfür zum jetzigen Zeitpunkt keine personellen Ressourcen vorhanden sind. Um zielgruppengerechte Inhalte für die Plattform TikTok zu erstellen, genügt es nicht, die für Instagram erstellten Inhalte einfach zu kopieren und auf dieser Plattform zu veröffentlichen. Eine zielgruppengerechte Aufarbeitung des jeweiligen Themas und ein intensiveres Community Management sind bei TikTok sehr zeitaufwändig. Vergleichbare Behörden schaffen, sobald ein neuer Kanal eingeführt wird, hierfür eine komplette Vollzeitstelle. Für eine Präsenz auf TikTok bräuchte es auch in Freiburg die entsprechenden personellen Kapazitäten

Die übrigen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, Fraktionsgemeinschaften, Gruppierungen und der Einzelstadtrat erhalten Nachricht von diesem Schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Martina Schickle

Referatsleitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert