Schon länger treibt unsere Fraktion das Thema Katzenschutzverordnung um. Ziel einer solchen Verordnung ist es, die Zahl der verwilderten freilaufenden Katzen in Freiburg tierschutzgerecht zu reduzieren. In einer Verordnung könnte beispielsweise eine Pflicht zur Kastration verankert werden . Zudem könnte gefordert werden, dass Freigängerkatzen gechipt sein müssen, damit sie ihren Besitzer*innen zugeordnet werden können.

Das Veterinäramt erklärte in einer Anfrage der SPD+JF-Fraktion, dass in Freiburg kein großes Problem mit freilaufenden Katzen vorläge und es daher keine Grundlage für eine Katzenschutzverordnung gäbe. (siehe hier. https://ris.freiburg.de/petition?id=4260) Uns gegenüber hat aber das Tierheim und der ehrenamtlich tätige Verein Freunde der Straßenkatzen Freiburg e.V. andere Einschätzungen vorgelegt und einen deutlichen Wunsch nach einer Katzenschutzverordnung geäußert. Daher haben wir gemeinsam mit SPD+JF und Grünen nochmals eine Nachfrage an die Verwaltung gerichtet:

Anfrage nach §24 GemO: Nachfragen zum Thema Katzenschutzverordnung

Sehr geehrter Oberbürgermeister Martin Horn,

in der Antwort vom 27.05.26 auf eine Anfrage der SPD zum Thema Katzenschutzverordnung erklärt die Verwaltung, dass es kein Problem mit größeren freilaufenden Katzenpopulationen gäbe und die im Tierheim aufgenommenen Katzen zum überwiegenden Teil wieder abgeholt oder vermittelt werden. Diese Einschätzung widerspricht in Teilen den Erkenntnissen, die uns gegenüber vom Tierschutzverein sowie vom Verein der Straßenkatzen Freiburg u. U. e. V gemacht wurden. Die Einschätzungen beider Vereine befinden sich in der Anlage. Wir haben daher folgende Nachfragen zu dieser Thematik:

  1. Der Tierschutzverein schildert uns, dass insbesondere in den letzten beiden Jahren, aufgefundene Katzen bis zu über 80% nicht von Besitzer*innen abgeholt wurden. Dies scheint eine neue, besorgniserregende Entwicklung zu sein. Aus der Antwort zur Anfrage wird erklärt, „dass der ganz überwiegende Teil der Fundkatzen […] jedoch von den Halter*innen innerhalb kurzer Zeit identifiziert und abgeholt oder als herrenlos an neue Halter*innen vermittelt“ wird. Wie erklärt sich die unterschiedliche Einschätzung zur Problemlage?
  2. Sowohl der Verein der Straßenkatzen wie auch der Tierschutzverein schildern eine große Population von verwilderten Katzen auf einem Gewerbeareal in Hochdorf. Ist der Verwaltung diese Population bekannt? Wäre es denkbar, eine Katzenschutzverordnung für die Gemarkung Hochdorf zu erlassen, um eine Ausweitung der Population durch Kastration verhindern zu können?
  3. Der Verein der Straßenkatzen Freiburg u. U. e. V vermeldet zudem eine größere Population auf der Haid. Ist der Verwaltung diese Population bekannt? Welche Maßnahmen werden hier unternommen, um ein Ausbreiten einzudämmen?
  4. Gibt es ein regelmäßiges Monitoring von Fundkatzen, um schnell mit einer (ggf. auch örtlich begrenzten) Katzenschutzverordnung reagieren zu können, wenn sich die Zahlen der aufgefundenen Katzen deutlich erhöht?

Wir bedanken uns für die Beantwortung der Nachfragen.

Mit freundlichen Grüßen

Sophie Kessl                                                                         Anna Polášek

stellv. Fraktionsvorsitzende FR4U                                      stellv. Fraktionsvorsitzende FR4U

Julian Schreck                                                                       Walter Krögner

stellv. Fraktionsvorsitzender SPD+JF                                 Stadtrat SPD+JF

Timothy Simms                                                                    Christine Frank

Stadtrat Grüne                                                                      Stadträtin Grüne

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