Jeder*r der die letzten Wochen seine Mittagspause unter einem unserer Stadtbäume verbracht hat, merkt schnell: Bäume spenden nicht nur kühlenden Schatten, durch die Verdunstung ist die gefühlte Temperatur nochmals angenehmer. Stadtbäume sind daher enorm wichtig für die Klimaanpassung in unserer Stadt.
Doch Freiburg hat hier noch enormen Nachholbedarf. Laut dem aktuellen Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe sind in Freiburg nur rund 19% der Siedlungsfläche von Bäumen beschattet. Empfohlen wird ein sogenannter Beschirmungsgrad von 30%. Durch die wohnungspolitisch nachvollziehbaren Nachverdichtungen sind in den letzten Jahren viele Bäume verschwunden. Zwar gibt es dafür Ausgleichspflanzungen, doch oft nur auf landwirtschaftlich genutzten Flächen am Stadtrand. Die Hitzeschutzfunktion können diese Bäume also nicht ersetzen.
Neuste Studien zeigen, dass es für einen gefällten sehr alten und großen Baum bis zu 400 Neupflanzungen bräuchte, um auch nur annähernd die Klimafunktionen auszugleichen, die ein solcher „Metusalembaum“ erfüllt. Zwar sind solche Bäume über die Baumschutzsatzung geschützt, über diverse Ausnahmeregelungen kommt es dennoch immer wieder zu Fällungen.
Unsere Stadträtin Anna Polášek fordert daher: „Wir müssen dringend deutlich mehr Bäume in der Stadt pflanzen. Dabei brauchen wir insbesondere hitzeresistente und schnellwachsende Bäume in allen Stadtteilen. Kübelbäume oder die sogenannten Wanderbäume sind kein adäquater Ersatz. Um wirklich voranzukommen, brauchen wir mindestens 200 neue Bäume pro Jahr im Siedlungsbereich!“